FAQ

Was ist ein Rollstuhlpilot?

Ein Rollstuhlpilot begleitet Rollstuhlfahrer auf einen Ausflug ins Grüne oder in die Stadt. Konkret: Schüler der Mittelstufe aus Schweriner Schulen sind mit gehbehinderten Seniorinnen und Senioren aus Pflegeheimen jede Woche für einige Zeit an der frischen Luft unterwegs.  Die Jugendlichen werden dabei von erwachsenen, ehrenamtlichen Helfern gecoacht und zu verantwortungsbewussten Rollstuhlpiloten ausgebildet.

Wer steckt hinter dem Projekt? 

Der Nachbarschaftshilfe Schwerin e. V. engagiert sich seit Mitte 2024 zusammen mit ehrenamtlichen Helfern, um den Rollstuhlpiloten stetig weiter zu entwickeln.

Die Idee dahinter? 

Die Idee zum Projekt entstand im Frühjahr 2024. Im Sommer fanden dann die ersten Ausflüge statt. Der zündende Funke wurde ausgelöst durch viele Besuche im Pflegeheim: Eine Familienangehörige lebt dort und ist auf den Rollstuhl angewiesen. Dadurch sind die Wünsche vieler Senioren präsent: Die Heimbewohner haben zwar gute Angebote – wie z. B. Singen oder Spielen –, aber bei schönem Wetter möchten sie gerne raus an die frische Luft. Dies können die Heime nicht leisten, da jeder Rollstuhl eine Begleitperson braucht.

Wen möchten wir ansprechen?

Der Rollstuhlpilot ist ein Mehrgenerationen-Projekt. Mit dabei sind Schüler der 9. und 10. Klassen aus Schweriner Schulen, Bewohner/innen aus Pflege- und Seniorenheimen in Schwerin – und unsere ehrenamtlichen Coaches (unsere RollstuhlCopiloten!).
Wenn du als Coach dabei sein möchtest, solltest du Spaß an der Arbeit mit Jugendlichen haben, mindestens 18 Jahre alt sein und gerne als Schnittstelle zwischen Jung und Alt fungieren. Auf den Bildern unten siehst du die Ausfahrten ins Grüne und die Rollstuhlpiloten in ihren Warnwesten während des Rollstuhltrainings. Hier lernen sie, wie man einen Rollstuhl bedient und sicher durchs Gelände schiebt.

Wie können Schülerinnen und Schüler mitmachen?

Die Schülerinnen und Schüler werden vor der Teilnahme an den Ausflügen von uns oder unseren ehrenamtlichen Helfern gecoacht. Sie lernen, wie man einen Rollstuhl bedient und erfahren etwas über den Umgang mit älteren Menschen, die eventuell auch eine Krankheit haben. Der Rollstuhlpilot ist eingebettet in den Schulalltag und wird von den teilnehmenden Schulen als Wahlpflichtfach angeboten Die Jugendlichen sind bei den Ausflügen und den Indoor-Veranstaltungen über die Schule versichert und werden dafür auch benotet.  Je nach Wetterverhältnissen stehen neben Ausflügen auch Besuche im Heim an, bei denen zum Beispiel Brettspiele durchgeführt werden.

Kann der Rollstuhlpilot unsere Gesellschaft positiv beeinflussen?  

Sowohl die jungen Rollstuhlpiloten als auch die Heiminsassen haben Freude an dem Projekt. Die Senioren erhalten durch die Ausflüge regelmäßig neue Anregungen, was u.a. das Gefühl der Einsamkeit vermindern kann. Die Schüler lernen bereits in jungen Jahren, dass ein Ehrenamt sie selbst und andere bereichert. Soziale und emotionale Skills werden zur Selbstverständlichkeit, das Interesse für die Sorgen und Wünsche der älteren Generation steigt. In Zeiten der Hektik, des oftmals verloren gegangenen Miteinanders, der Kommunikation über Handy und Computer bietet das Projekt Kindern und Senioren die Chance, den Lebensraum und die Erfahrungswelt einer anderen Generation kennen- und schätzen zu lernen. Denn: Die Jugendlichen sind heute durch das Fehlen von Großfamilien kaum angebunden an die ältere Generation. Hier erleben sie eine Erweiterung ihres Horizonts.

Wie sehen die Zukunftspläne aus? 

Die Schweriner Schulen und Pflegeheime zeigen sich von Anfang an sehr interessiert: Mit der Werner von Siemens Schule, dem Haus Lankow und dem Heim am Mühlenberg arbeiten wir bereits gut zusammen. Uns erreichen viele Anfragen von weiteren Schulen und Heimen, die an einer Teilnahme am Projekt interessiert sind. Daher freuen wir uns über Unterstützung auf vielen Ebenen. Zum kommenden Frühjahr möchten wir gerne unser Angebot erweitern und auch einmal ein Picknick, einen Besuch im Zoo oder den Besuch im Schloss organisieren. 

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